Die schönsten Wanderrouten auf Madeira

August 12, 2017

Madeira ist ein Paradies für Naturliebhaber. Genieße die berrauschende Vielfalt Madeiras auf einer der zahlreichen Wanderrouten. Die Insel des Frühlings bietet das gesamte Jahr über ein mildes bis tropisches Klima und ist damit ganzjährig für ausgiebige Wandertouren geeignet. Bei Urlaubern von jung bis alt sind vor allem die Pfade entlang den Levadas beliebt – künstlichen Bewässerungskanälen, die in einem 2000 Kilometer langen Netz die ganze Insel durchziehen. Es gibt zahlreiche gut ausgeschilderte Wanderwege, so dass auch Individualisten wie wir die Natur Madeiras auf eigene Faust erkunden können. Die offiziellen Wanderwege heißen übrigens »pequenas rotas« (PR) und sind auf Madeira von PR1 bis PR23 durchnummeriert.

 

Wanderung zur östlichen Inselspitze Ponta de São Lourenço (PR 8)

Wirklich einzigartig ist ein Ausflug auf die Ponta de São Lourenço, der östlichsten Halbinsel auf Madeira. Sie ist 9 km lang und 2 km breit, die beiden Inselchen lhéu da Cevada and Ilhéu da Ponta de São Lourenço mit eingeschlossen. Das Gebiet wurde in den 80er Jahren zur Erhaltung seiner Flora und Fauna zum Naturreservat erklärt. Wir sagen danke dafür. Denn so können wir die einzigartige vulkanische Gesteinslandschaft heute noch in ihrem natürlichen erhaltenem Zustand besuchen. Neben der spektakulären Landsicht bietet der Naturpark auch eine fantastische Panoramasicht auf den Atlantik.

 

Details:

  • Schwierigkeit: leicht
  • Strecke: ca. 7 Kilometer (hin und zurück)
  • Dauer: ca. 3:00 Stunden

 

Wegbeschreibung:

Früh morgens beginnen wir die Fahrt von Funchal an den östlichsten Punkt der Insel. Die Wanderung beginnt am Parkplatz am Ende der Straße ER-109 auf der Ponta de São Lourenço. Ein Holzschild mit der Aufschrift »Casa Sardinha 3 km« zeigt uns den Weg. Zunächst gelangen wir zu einem Holzsteg, von dem aus wir zum ersten Aussichtspunkt gelangen. Von hier kann man bei guter Sicht bis nach Santana an der Nordküste blicken.

Zurück auf den Hauptweg biegt man nach links ab und steigt auf einigen Stufen bergauf. Nach einer Hangquerung erreichen wir einen zweiten Aussichtspunkt. Unter uns brandet das Meer an bizarre Felsnadeln aus erstarrter Lava. Die Felswände in orange, braun und rot, sind mit vulkanischen Schlotgängen durchzogen und sehr beeindruckend. Bei klarer Sicht kann man am Horizont die Nachbarinsel Porto Santo sehen. Unser Pfad schlängelt sich hin zur schmalsten Stelle der Landzunge Ponta de São Lourenço. Der Grat, etwa 5 Meter breit und 100 Meter hoch, ist jedoch zu beiden Seiten mit Seilen gut gesichert.

Schließlich liegt die Casa Sardinha zum Greifen nahe. Hier teilt sich der Pfad. Wir entscheiden uns für den rechten Weg, der bergab zu einem Rastplatz mit Tischen und Bänken führt. Daneben ist ein Bootsanleger, an dem eine Betontreppe ins Meer führt. Bei warmen Wetter kann hier ein Bad genommen werden. Ein Picknick ist jedoch Pflicht, bevor es weitergeht, bergauf in Richtung der Casa Sardinha. Der Weg führt rechts am Haus vorbei und biegt dann links ab, um die Casa zu umlaufen. Von hier aus ist ein Aufstieg auf die höchste Erhebung (176 m) der Halbinsel möglich. Der Weg wendet sich durch farbenprächtige Sande hindurch wieder Richtung Westen, bis er an der Gabelung auf den Hinweg trifft.

 

 

Wanderung zum Balcões – Der Levada-Klassiker in Ribeiro Frio (PR 11)

Diese einfache Wanderung liegt im Ribeiro Frio, einem Naturpark im östlichen Hochland Madeiras. Die Gegend ist ideal, um entspannende Spaziergänge zu unternehmen.

 

Details:

  • Schwierigkeit: leicht
  • Strecke: ca. 3 Kilometer (hin und zurück)
  • Dauer: ca. 1:00 Stunden

 

Wegbeschreibung:

Dieser Pfad beginnt am Parkplatz der Forellenfarm und führt auf befestigtem Wege durch den alten Waldbestand. Verlaufen kann man sich hier nicht. Nach etwa 20-30 Minuten gelangen wir zum Miradouro dos Balcões, der herrliche Ausblicke auf das Tal Ribeira da Metade bis nach Porto Santo an der Nordküste bietet.  Wer Forellen liebt, sollte in Ribeiro Frio über Mittag bleiben und hier ein kleines Mittagessen genießen.

 

 

Levada-Wanderung in Rabaçal – Die 25 Fontes und der Cascada da Risco (PR 6)

Rabaçal ist ein Naturschutzgebiet im Westen der Insel und gehört zu der Hochebene Paúl da Serra. Die Gegend erreicht man von Funchal aus entweder über die Küste oder den Encumeada Pass. Allein die Hinfahrt auf den kurvigen Straßen wird zu einem kleinen Abenteuer, wie sie sich so durch die felsige Landschaft schlängeln. Teilweise liegen riesige Steinhaufen auf der Straße oder der Weg weist riesige Löcher auf.

 

Details:

  • Schwierigkeit: mittelschwer
  • Strecke: ca. 9 Kilometer (hin und zurück)
  • Dauer: ca. 03:30 Stunden

 

Wegbeschreibung:

Vom Parkplatz aus wandern wir bergab zur Berghütte von Rabaçal. Hier teilt sich der Pfad in zwei parallel verlaufende Levadas, die sich auf unterschiedlichen Höhenebenen befinden.

Der Pfad PR 6.1 verläuft entlang der Levada do Risco in einer Höhe von 1000 m über dem Meeresspiegel und führt uns an einen beeindruckenden Wasserfall, der senkrecht abfällt und einen Riss im Felsen bildet. Der weitere Weg ist versperrt, so dass wir denselben Weg wieder zurückwandern müssen um uns anschließend auf den Weg zum Lagoa das 25 Fontes zu begeben.
Der Lagoa das 25 Fontes (See der 25 Quellen) entstand aus den Rinnsalen, die von der Hochebene Paul da Serra hinunterfließen und auf geheimnisvolle Art und Weise hinter der Wand hervorkommen. Insgesamt kann man über 25 Quellen zählen. Einer Legende nach soll wer in diesem See taucht nie mehr an die Oberfläche kommen.

Wir haben die Strecke sehr unterschätzt und sind erst sehr spät zu dieser Wanderung aufgebrochen. Das Ende vom Lied war, dass wir im halbdunklen auf den teilweise sehr engen (und rutschigen) Wegen entlang der Levada zurück zum Parkplatz gehetzt sind und schließlich im Dunkeln oben ankamen. Unser Auto war mittlerweile das einzige weit und breit, vereinsamt am Rand es Parkplatzes mit den Weiten des Waldes unter sich. Eine einmalige Stimmung, die (insbesondere in Hinblick auf die Rückfahrt) nicht unbedingt wiederholt werden muss. Mein Tipp: Fahrt früh genug los!


 

Gipfelstürmer – vom Pico Arieiro zum Pico Ruivo (PR 1)

Es soll eine der schönsten und anspruchvollsten Wanderungen Madeiras sein. Die Route führt vom Pico Arieiro (1818 m) auf den Pico Ruivo (1862 m), den höchsten Berg auf Madeira. Leider war der Weg in unserem Urlaub im Dezember aufgrund von schlechtem Wetter und Steinschlaggefahr gesperrt. Wir sind somit nur bis zum Pico Aireiro gekommen. Doch auch von hier aus hatte man schon eine wünderschöne Aussicht über das Zentralgebirge Madeiras. Und: dann müssen wir halt noch einmal nach Madeira kommen, um diese Wanderung nachzuholen! 🙂

 

Details:

  • Schwierigkeit: mittelschwer
  • Strecke: ca. 12,5 Kilometer
  • Dauer: ca. 06:00 Stunden

 

 

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