Stadtbummel durch Lissabon

Oktober 3, 2017

Jeder ist begeistert von Lissabon. Gefühlt war schon jeder dort und kam voller Begeisterung wieder. Und wer noch nicht dort war, wird davon überzeugt, hinzufliegen. Aber ist Lissabon wirklich so atemberaubend wie alle sagen? Nach 6 Tagen in dieser Stadt voller steiler Kopftsteinpflasterstraßen, süß-pudrigen Pastel de Nata und lauen Sommernächten verstehe ich endlich die Begeisterung. Kommt mit auf einen Spaziergang durch das wunderbare Lissabon…

 

Baixa Pombalina – Die Unterstadt

Unser Rundgang beginnt in Baixa, dem Herzen Lissabons. Eingerahmt wird das Viertel von den Hügeln Chiado und Alfama im Westen und Osten sowie von den Plätzen Praça do Comércio und Praça de Rossio im Süden und Norden.  Das Viertel wurde im 18. Jahrhundert bei dem großen Erdbeben völlig zerstört. Als es wiederaufgebaut wurde, entschloss sich der damalige Premierminister Marques de Pombal  für ein Schachbrettmuster mit  acht parallelen Hauptstraßen sowie acht im rechten Winkel kreuzenden Querstraßen – für das 18. Jahrhundert eine revolutionäre Bauweise.

Der Praça do Comércio liegt direkt am Fluss Tejo. Er wirkt ein bisschen zu groß, ein bisschen fehl am Platze. Umringt wird er von einem von einem rechteckigen U, dass sich zum Tejo hin öffnet.  An der Nordseite gelangt man durch den Thriumphbogen Arco da Rua Augusta in die Innenstadt.

Baixa ist wie die Innenstadt von Lissabon. Hier gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, Hotels und Geschäfte. Viele Reisende suchen sich aufgrund der guten Infrastruktur und zentralen Lage hier ihre Unterkunft. Man könnte Baixa sicherlich als touristischen Fokus bezeichnen. Aber auch wenn die typischen bunten Fliesen Lissabons hier überall an den Hauswänden zu finden sind, fehlt der Charme von verwinkelten Gassen und Kopfsteinpflastersteinen.

Über den Aufzug Elevador de Santa Justa geht es hoch hinauf. Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut, um die Baixa mit der Oberstadt Chiado zu verbinden. Günstiger geht es über die Metro-Station Baixa/Chiado, welche die beiden Stadtteile miteinander verbindet. Über die Rolltreppen der Metro-Station kommt man zwischen den beiden Vierteln gut hin und her und spart gleich noch ein paar Höhenmeter (zu Fuß).


 

Chiado – Die Oberstadt

Fährt man mit dem  Elevador de Santa Justa hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt und die Ruinen der benachbarten Kirche Igreja do Carmo. Diese wurde bei dem großen Erdbeben 1755 ebenfalls zerstört. Heute ist in den Gebäuden das archäoligische Museum Lissabons untergebracht.

Vor den Ruinen ist ein kleiner Platz. Im Schatten der Bäume wird Kaffee getrunken, Kinder spielen und Touristen hängen über ihren Reiseführern. Doch alles ist irgendwie gelassener, weniger unruhig als im Baixa. Unser weiterer Weg führt uns quer durch die Gassen hoch zum Miradouro de São Pedro de Alcântara.!

Nach so viel Fußmarsch haben wir uns eine Pause verdient. Mein Geheimtipp für einen kleinen Lunch?  Das Lost In (Rua D.Pedro V Nº56-D) – ein kleines Restaurant mit sagenhaftem Ausblick. Hier trifft indischer Flair auf portugiesische Gelassenheit. Eine wunderschöne Ruheoase im indischem Ambiente. Shanti Shanti!


 

Street Art mitten in Lissabon

Die Calçada da Glória verbindet den Miradouro de São Pedro de Alcântara  mit dem Praça de Rossio. Zur Bewältigung der steilen Straße wurde im 19. Jahrhundert die Ascensor da Glória in Betrieb genommen, eine Standseilbahn. Die 275 Meter lange Straße zu Fuß zu gehen macht jedoch viel mehr Spaß. Denn dann kann man in aller Ruhe die Street Art hier bewundern.!

Street Art ist ein großes Thema in Lissabon. Wir haben es leider nicht geschafft (bzw. verpennt) eine Street Art Tour zu machen. Viel Gutes habe ich aber über diese Touren hier gehört: Lisbonstreetarttours. Jeden Mittwoch und Samstag gibt es offene Touren. Es gibt keinen festen Preis, die Tour beruft sich auf Spenden.

 

Bairro Alto

Den Abend verbringen wir im Bairro Alto, dem Altstadtviertel. Ein kleiner Hingucker ist die Pink Street mitten im Viertel. Was früher das verruchte Rotlichtviertel war, verbirgt jetzt jede Menge coole Bars und Kneipen.!

Läufst du von der Pink Street in Richtung des Fährterminals Cais do Sodré kommst du automatisch zur Markthalle Mercado da Riberia. Hier wird seit dem 19. Jahrhundert gehandelt. Heutzutage glänzt die Markthalle als »Time Out Market« in neuem Stil. Für jeden Geschmack halten die Restaurants hier etwas bereit. Jazz-Musik wird über die Lautsprecher gespielt. Es ist etwas laut, etwas touristisch, aber das Essen ist einfach der Hammer und das Konzept überzeugt. Die Markthalle ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Bist du noch in Stimmung für ein, zwei Drinks? Dann solltest du die »Park Bar« (Calçada do Combro) besuchen. Die In-Location befindet sich auf der obersten Etage eines Parkhauses und ist eine grüne Oase über den Dächern Lissabons. Ja, du liest richtig, du musst zielstrebig in das Parkhaus laufen und in den Aufzug bis nach oben fahren. Die Bar erreichst du, wenn du über das letzte Parkdeck quer nach oben läufst. Fantastisch!


 

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1 Kommentar

Werner Bücker Oktober 3, 2017 - 5:02 pm

Cooler Artikel., super Fotos. Jetzt weiß ich erst, was ich bei meinem Besuch alles nicht gesehen habe.

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