Lombok – das neue Bali?!

August 4, 2015

Um es gleich vorab zu sagen: wir waren vom Pech verfolgt. Das könnte die Sicht der Dinge eventuell etwas verändert haben. Aber erstmal alles auf Anfang. Nachdem wir auf Gili Trawangan und Gili Meno gewesen waren fuhren wir mit dem local boat weiter nach Lombok. Alle sagten, Lombok ist so toll. Lombok ist viel ruhiger, viel gelassener und weniger touristisch. Lombok ist das neue Bali – so wie Bali mal vor 20 Jahren gewesen ist. Nun ja, Lombok war auch schön. Irgendwie. Vielleicht, wenn man nicht dieselben Fehler macht wie wir…


 

10 Tipps für euren Besuch

1. Plant genug Zeit ein. Wir hatten nur drei Nächte in Senggigi, aber wären gerne noch in den Süden der Insel gefahren. Dort soll es unglaublich schöne, verlassene Strände geben. Aber leider fährt man mit dem Roller nicht „mal eben so“ für einen Tag dorthin. Ebenfalls empfehlenswert sollen die Trekking-Touren auf den Mount Rinjani sein. Es lohnt sich also, mit mehr Zeit nach Lombok zu kommen.

2. Von den Gilis nach Lombok: Der einfachste Weg führt über die Public Boats. Von Gili Meno nach Lombok dauert die Fahrt zum Beispiel ca. 30 min und kostet 25,000 IDR pro Person. Mein erster Tipp: setzt euch nicht zu weit nach vorne! Denn dort wird man selbst und der Rucksack durch das hereinspritzende Wasser sehr nass. Falls ihr einen Wasserschutz für den Rucksack habt – benutzt ihn! Mein zweiter Tipp: Lasst euch bei der Ankunft auf Lombok nicht den Rucksack wegnehmen. Wenn ihr anlegt hüpfen sehr schnell einige Einheimische auf das Boot und nehme das Gepäck der Touristen und tragen es Richtung Land. Dort wollen sie natürlich für ihre „Dienste“ entlohnt werden (ca. 10,000-15,000 IDR).

3. Die Infrastruktur ist hier nicht so gut wie auf Bali. Dementsprechend ist es hier schwieriger sich fortzubewegen. Ich empfehle euch, einen Roller zu mieten. (max. 50.000 IDR/Tag) Allerdings sollte man die Entfernungen nicht unterschätzen und immer genug tanken. Denn man weiß nie, wann die nächsten Tankstelle kommt.

4. Jetzt unser persönlicher „Wie-konnte-ich-so-dumm-sein-und-hatte-trotzdem-Glück-Tipp“, der natürlich nicht nur für Lombok gilt: Nehmt euch die Nummer vom Hotel mit, falls ihr mit dem Roller unterwegs seid. Wir hatten das Pech, dass unser Roller (wir haben uns zu zweit einen geteilt) auf dem Weg zu den Wasserfällen im wahrsten Sinne des Wortes schlapp gemacht hat – beziehungsweise der Reifen. Und dann standen wir irgendwo im Nirgendwo neben irgendwelchen Reisfeldern ohne irgendeine nützliche Telefonnummer, die uns weitergeholfen hätte. Wir hatten dann wirklich Glück, dass ein Reisbauer, der etwas gebrochenes Englisch beherrschte, den Roller zu einer Werkstatt eines Freundes gefahren hat und für umgerechnet 2,40€ (!!!) einen neuen Reifen draufziehen ließ. Bis wir dann den Roller hatten sind wir tausend Angsttode gestorben, weil wir nicht mehr wussten, ob wir den Roller je wieder sehen werde. Am Ende ist alles gut gegangen und wir haben dem netten Herrn natürlich ordentlich „Trinkgeld“ für seine Hilfe gegeben.

5. Stellt euch auf Regen ein. Schon von den Gilis aus haben wir gesehen, dass ab mittags immer mehr Wolken von den Gebirgen zur Küste aufzogen. Es hat während unserer Zeit dort jeden Nachmittag geregnet (und nein, wir waren nicht in der Regenzeit dort), aber vielleicht habt ihr ja mehr Glück.

6. Erwartet keinen perfekten Strandurlaub – außer ihr habt eine entsprechende Unterkunft oder fahrt in den Süden. Die Strände rund um Senggigi sind nicht sehr umwerfend. Vielleicht bin ich manchmal auch einfach zu mehr Flashpacker als Backpacker und habe zu hohe Ansprüche für mein Budget. Unsere Realität an den Stränden Senggigis sah auf jeden Fall wie folgt aus: An den Stränden seid ihr wahrscheinlich die einzigen Touristen, denn hierher kommen meist die locals. Natürlich seid ihr wieder eine Attraktion, daher werdet ihr auch umlagert werden von Kindern. Hier ist es nicht so mit am Strand ausruhen, im Bikini sonnenbaden (da würde man wahrscheinlich schief angeschaut werden) und Ruhe genießen. Zudem liegt dort am und um den Strand (wie so oft) viel Müll rum. Einen Abstecher sind die Strände natürlich trotzdem wert, zum Beispiel um auf einer Pritsche zu sitzen, frisch gegrillten Fisch zu essen und dem Meer zu lauschen.

7. Spart nicht an der Unterkunft. Leider ist die Auswahl an Unterkünften auf Lombok geringer als Bali. Das liegt natürlich daran, dass hier noch weniger Touristen herkommen – was eigentlich gut ist. Wir wählten aus Kostengründen das Bumi Aditya Hotel und dachten es sei eine gute Wahl. Das Ergebnis waren (in der besten Zimmerkategorie) verschimmelte Duschvorhänge, Flecken in der Bettdecke und Wasserblasen zwischen Betonwand und Tapete (die sich dadurch natürlich überall gelöst hat). Direkt nebenan ist eine Moschee, die zu jeglicher Tages- und Nachtzeit die Hotelanlage beschallt.

Ganz ehrlich: Hier auf Lombok hätte ich mich über eine bessere Unterkunft sehr gefreut – aus oben genannten Gründen zum Beispiel einer mit direktem Strandzugang. Wer etwas mehr ausgeben möchte und kann: Bekannte haben uns das Living Asia Resort wärmstens empfohlen.

8. Fahrt mit dem Roller entlang der Küstenstraße von Senggigi nach Bengsal. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und meist wenig befahren. Haltet an den Viewpoints mit Blick auf das Meer und die Gilis.

9. Fahrt von Bengsal mit dem Roller zurück nach Senggigi – aber diesmal nehmt ihr die Straße durch den Dschungel. Hier werdet ihr Hunderte von Affen am Straßenrand sitzen sehen. Aber Vorsicht: Die Straße ist sehr kurvig!

10. Nehmt noch mal die volle Ladung Indonesien-Touristenprogramm mit: Besucht den Kunstmarkt von Senggigi, geht shoppen und handelt was das Zeug hält.  Nutzt das gute Preis-/Leistungsverhältnis beim Essen und geht dort in eines der Restaurants. Mein Tipp: Das Quake. Gutes Essen zu günstigen Preisen mit Blick auf das Wasser (besonders schön bei Sonnenuntergang). Hier wird einem sogar die Serviette vom Kellner auf den Schoß gelegt und dennoch hat der Caesar’s Salad umgerechnet nur 3€ gekostet!!!  Zum Abschluss könnt ihr euch noch eine Massage gönnen. Weil’s so schön günstig ist.

Und noch etwas…

Oh Gott, das klingt jetzt alles viel zu pessimistisch. Das soll es eigentlich gar nicht. Uns hat Lombok trotz allem gut gefallen. Hier ist es viel ruhiger und beschaulicher als auf Bali und das Wort Tourismus wird hier noch klein geschrieben. Besonders gut gefallen hat mir die Fahrt entlang der Küstenstraße.

Leider hatten mit dem Regen und dem Roller echt etwas Pech. So haben wir an zwei aufeinander folgenden Tagen versucht Richtung Wasserfälle zu fahren und uns wurde immer ein Strich durch die Rechnung gemacht. Aber irgendwann würde gerne noch einmal wieder kommen und Lombok (und nicht nur Senggigi) richtig kennen lernen.

Falls ihr auf eurer Indonesien-Reise genug Zeit habt kann ich nur empfehlen, einen Abstecher zu den Gilis und nach Lombok zu machen. Es ist ein schöner und wohltuender Kontrast zu Bali!

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