Kultur, Kunst und Kulinarik im Westen von Lissabon

November 12, 2017

Der Stadtteil Belém liegt im Westen Lissabons, direkt am Tejo. Der Stadtteil ist eng verbunden mit der Geschichte der Seefahrer, denn früher stachen von Belém aus die Schiffe der Eroberer in See. Hier könnt ihr super einen halben Tag verbringen, ein paar Sehenswürdigkeiten abklappern und leckere Puddingtörtchen futtern. Anschließend solltet ihr auf dem Rückweg nicht direkt zurück in die Innenstadt fahren, sondern auf halber Höhe einen Stopp einhalten und der hippen LX-Factory einen Besuch abstatten – einem ehemaligem charmantem Industriegelände voller Cafés, Streetart und Designbüros. Macht euch bereit für einen Tag voller Kultur, Kunst und kulinarischen Highlights!

 

Ein Rundgang durch Belém

Belem liegt 5 km westlich  der Lissabonner Innenstadt. Ihr kommt einfach vom Praça do Comércio mit der Straßenbahn 15E nach Belém. Die Fahrt dauert 15 Minuten und ein Einzelfahrschein  kostet €2.85. (Tipp: Ein Tagesticket kostet 6.15€ und ist an allen U-Bahn-Haltestellen am Automaten zu erwerben). Die Straßenbahnhaltestelle für Belém heißt “Belém-Jerónimos” und befindet sich direkt neben dem Hyronimus Kloster.

 

1. Das Mosteiro dos Jerónimos

Zunächst besucht ihr das extravagante Hieronymitenkloster, das mit spätgotischen und renaissancistischen Elementen beeindruckt. Es gilt als das als bedeutenstes Bauwerk des prunkvollen portugiesischen Architekturstils der Manuelinik und gehört übrigens seit 1983 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Bau des Klosters wurde im 16. Jahrhundert aufgenommen, kurz nach der Rückkehr Vasco da Gamas von seiner Indienreise. Finanziert wurde es zu großen Teilen durch die reichen Einnahmen aus dem Überseehandel finanziert.

Die Warteschlange vor dem Kloster ist in der Regel lang, aber das Warten lohnt sich. Wenn ihr den Innenhof betretet, werdet ihr von einer beeindruckenden Sicht belohnt. Auf zwei Ebenen rahmen die Gänge mit reich verzierten Bögen und Fenstern den Innenhof ein. Das gesamte Kloster ist aus Kalkstein kunstvoll gestaltet: Die Wände, die Decken, die Fenster, die Türen und Portale mit ihren Verzierungen und Spitzen. Schlendert in Ruhe durch den Innenhof und die schöne Parkanlage und genießt die prachtvolle Architektur.

Tipp für alle Museenliebhaber: In den Seitenflügeln des Klosters gibt es zwei Museen, das Marinemuseum und Museu Nacional de Arqueologia. Das Nationalmuseum für Archäologie zeigt unter anderem archäologische Funde aus Portugal und Ägypten.

Die zum Kloster gehörende Kirche Santa Marina ist auf zwei Wege erreichbar: 1) Kostenlos durch den Haupteingang direkt neben dem Kloster und 2) vom Kloster aus über die obere Etage. Die Hallenkirche wird von sechs schmalen, kunstvoll verzierten Säulen dominiert und ist wie das Kloster sehr beeindruckend.

 
ÖFFNUNGSZEITEN:


  • Oktober – April: 10.00 – 17.30 Uhr
  • Mai – September: 10.00 – 18.30 Uhr
  • Geschlossen: Montags, 1. Januar, Ostersonntag, 1. Mai, 13. Juni, 25. Dezember

PREISE:


  • Normal: 10.00 EUR (Kombitickets mit anderen Sehenswürdigkeiten möglich. Freier Eintritt am 1. Sonntag im Monat)
  • Ermäßigt: 5.00 EUR (Studenten, Senioren ab 65 Jahren)

 

2. Leckere Puddingtörtchen

Nur wenige Schritte vom Kloster entfernt findet ihr die Konditorei Pastéis de Belém.  Eine lange Schlange reiht sich bereits vor dem Laden und drückt sich die Nase an der Fensterscheibe platt. Alle wollen eines dieser unfassbar guten Puddingtörtchen, den Pastéis de Belém, für die Lissabon so berühmt ist. Süße Eiersahnecreme auf knusprigem Bätterteig – das klingt wie pures Glück. Und ist tatsächlich einfach unglaublich lecker und so gut wir nirgendwo. Da wundert es nicht, dass das Rezept nun schon über 180 Jahre geheim gehalten wird.

Mein Tipp? Nicht warten, sondern verweilen! Sucht euch in der weitläufigen (wirklich sehr weitläufigen) Konditorei einen Platz, esst eine Quiche und eines der Törtchen als Nachtisch. Denn hier schmeckt alles irgendwie gut und ist dazu noch günstig. Vielleicht habt ihr ja genauso viel Glück wie wir und ergattert einen Platz im Innenhof.


 

3. Das Denkmal Padrão dos Descobrimentos

Nach der kleinen Törtchenpause geht es hinunter zum Tejo. Das Denkmal Padrão dos Descobrimentos wurde1960 zum 500. Todestag von Heinrich dem Seefhrer durch dasSalazar-Regime errichtet. Das Denkmal soll an das Zeitalter der Entdeckungen erinnern und zeigt 33 wichtige Persönlichkeiten des Spätmittelalters in Portugal. Auf dem Boden vor dem Eingang befindet sich eine Windrose aus Mosaiksteinen. Die Windrose hat einen Durchmesser von 50 Metern und war ein Geschenk der Republik Südafrika. Eine Weltkarte im Zentrum des Mosaiks zeigt die Routen der portugiesischen Entdecker im 15. und 16. Jahrhundert.

Es gibt einen kostenpflichtigen Lift im Innern des Monumentes, mit dem man zu dessen Spitze gelenkt und einen Blick auf den Tejo, die Ponte 25 de Abril, das Mosteiro dos Jerónimos sowie den Torre de Belém hat.

Anschließend spaziert ihr gemütlich am Tejo entlag zum Torre de Belém. Auf dem sehen wir ein paar entspannte Angler, die sich von all den Touristen nicht stören lassen. Außerdem gibt es ein paar kleine Bars und Imbissstände am Flussufer, wo man sicherlich auch gut ein Päuschen einlegen kann.

 

4. Der Torre de Belém

Der Turm am Ufer des Tejo ist eines der berühmtesten Bauwerke Portugals. Er wurde im Jahr 1515 vom portugiesischen König Manuel I. als Leuchtturm und Verteidigungsfestung in Auftrag gegeben. Seit 1983 gehört er wie das Hieronymitenkloster zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Die komplette Anlage besteht aus dem vierstöckigen Turm und einer dem Fluss zugewandten Bastion auf sechseckigem Grundriss mit Zinnen, Schießscharten und Wachtürmen. Ursprünglich gab es auf der gegenüberliegenden Seite noch einen zweiten Turm. Feindliche Schiffe konnten so ins Kreuzfeuer genommen werden. Dieser Zwillingsturm wurde jedoch durch das große Erdbeben von 1755 zerstört.

Das Beste am Torre de Belém: Der Blick von der obersten, 35 Meter hohen Plattform über den Fluss Tejo.

ÖFFNUNGSZEITEN:


  • Oktober – April: 10.00 – 17.30 Uhr
  • Mai – September: 10.00 – 18.30 Uhr
  • Geschlossen: Montags, 1. Januar, Ostersonntag, 1. Mai, 13. Juni, 25. Dezember

PREISE:


  • Normal: 6.00 EUR (Es werden Kombitickets mit anderen Sehenswürdigkeiten angeboten. 1. Sonntag im Monat: kostenlos)
  • Ermäßigt: 3.00 EUR (Studenten, Senioren ab 65 Jahren)

 

Industrieller Chic in der LX-Factory

Nachdem ihr euch von Belém verabschiedet habt, fahrt ihr aber nicht direkt zurück in Lissabons Innenstadt. Nein, ihr haltet noch auf Höhe der Ponte 25 de Abril und besuchtet die LX Factory (Haltestelle: Calvário). Das Geländer der ehemaligen Textilfabrik wurde vor wenigen Jahren vom Immobilieninvestor MainSide aufgekauft und in eine Insel der Kreativität verwandelt: hier finden sich Werbeagenturen, Design- und Fotostudios, Bars, Restaurants und kleine Geschäfte. Ich muss gestehen, ich habe mich einfach total in diesen Ort verliebt. Sicherlich ein Highlight ist die Bücherei Ler Devagar – vollgestopft bis zur Decke mit Büchern und einer absurden Installation von Petro Proserpio. 


Den Abend könnt ihr entspannt in einem der Restaurants ausklingen lassen.

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