Arco – Das Klettermekka am Gardasee

Juli 11, 2017
Monte Brione

Arco ist eine kleine Stadt in Trentino, fünf Kilometer nördlich vom Gardasee gelegen. Die Stadt ist vor allem bekannt in der Kletter-Szene. Durch die bergige Lage bietet es eine Vielzahl an Klettergebieten wie auch längeren alpine Touren. Außerdem ist er Austragungsort des „Rock Master – der inoffiziellen Weltmeisterschaft im Sportklettern, die hier jährlich stattfindet. Doch auch Mountainbiker und Wanderer kommen in dieser Stadt auf ihre Kosten.

 

Durch die Gassen von Arco

Arco ist also durchaus als sportive Stadt zu bezeichnen. Es wundert daher nicht, dass in der Stadt jeder zweite Shop ein Sportgeschäft ist. Wer keine Sportausrüstung (dabei) hat, kann sich hier durchaus in einem der Geschäfte eine zulegen oder leihen. (Mehr Infos zum Klettern in Arco findet ihr hier.)

Neben all dem Sport bietet Arco aber auch Einiges für den Normalsterblichen (nicht so sportlichen) wie mich. Arco lädt dazu ein, durch die vielen kleinen verwinkelten Gassen zu schlendern und einen Abstecher in eine der vielen Bars und Restaurants zu machen.

Oder sich einfach mit einem Cappucchino an die Piazza III Novembre setzen, im Schatten der massiven Kirche und diesen ganzen sportlichen Menschen in ihren knallengen, bunten Hosen zuzuschauen – wie sie mit ihren Rädern durch die engen Gassen rasen, Fußgänger umfahren, sich profilieren und irgendwie ganz toll finden…

 

Die Burg von Arco

Über all dem Treiben der Altstadt thront die Burgruine von Arco. Wahrscheinlich wurde der Berg schon um das Jahr 1000 durch einheimische Adlige als Burg genutzt. Seitdem herrschte ein reges Kämpfen um den Besitz bis die Burg im 16. Jahrhundert bei einem Feuer stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Heute lädt die Burg für einen ausgiebigen Spaziergang mit tollen Ausblicken über das nördliche Gardaseeufer und das Sarcatal ein.

Seit je her zieht die Burg von Arco und natürlich auch die Stadt selbst Besucher an. Heute wie damals. Und schon früher hat die Natur, die schroffen Steinfelsen und das milde Klima, die Menschen inspiriert. So war es Albrecht Dürer, der im 15. Jahrhundert die Burg im Aquarell festhielt. Und es war Reiner Maria Rilke, der in seiner frühen Jugend von Arco und dem Sarcatal so fasziniert war, dass er ihnen mehrere Verse widmete. Noch heute kann man auf Rilkes Spuren wandern, die so werbewirksam als „Rilke-Wanderwege“ bezeichnet werden.

Der Aufstieg hinauf zur Burg von der Altstadt aus dauert etwa 15-20 Minuten. In Serpentinen führt der Weg zwischen Olivenhainen und großen Agavenpflanzen hindurch. Schilder mit Zitaten von Rilke schmücken den Weg.

Oben angekommen gelangt man durch das Tor zum unteren Burghof und zu einer großen Wiese, die sich im unteren Mauerring verbirgt. Von hier aus hat man bereits einen wunderschönen Ausblick auf Arco und die Umgebung. Ein kleiner Kiosk lädt zum Verschnaufen ein.

Kurz bevor man zum Eingang gelangt sollte man noch einen Abstecher zum Felsenverlies machen, welches man von innen sichten (und sich gruseln) kann. Dann geht es zum Eingang, wo ein geringer Eintritt von 3,50€ pro Person zu zahlen ist.

Etwas oberhalb des markanten Burgturmes befindet sich der „Saal der Fresken“, welches aufwändig restaurierte Wandfresken aus dem 14. Jahrhundert beherbergt. Neben dem Gebäude geht es etwas versteckt durch einen schmalen Gang weiter und natürlich noch höher hinauf.

Nach einigen Minuten kommt man schließlich zum höchsten Punkt, dem Renghera Turm.  Von hier aus hat man eine unvergleichliche Sicht auf das Sarcatal.

Anschießend steigt man durch einen Steineichenwald wieder hinab. Einen kleinen Zwischenhalt kann man am Wachturm von Laghel einlegen, der einen Ausblick auf den Monte Colodri freigibt. Nach einem kurzen Spaziergang findet man sich schließlich am Eingang wieder. Von hier aus geht es durch die Olivenhaine zurück zur Altstadt.

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