Alfama, das Herz von Lissabon ♥

November 15, 2017

Ein Besuch in Lissabon ist nicht komplett, wenn man das Stadtviertel Alfama nicht besucht hat. Tatsächlich waren wir vor unserer Reise so neugierig auf das charmante Altstadtviertel, dass wir hier unsere Unterkunft für unsere Woche in Lissabon buchten. Schmale Gassen, winzige Hinterhöfe und trocknende Wäsche in den Häuserschluchten. Klingt doch irgendwie romantisch, oder nicht?

 

(Un)charmante Ankunft in Alfama

Bei unserer Ankunft in Lissabon präsentiert sich das Viertel nicht von seiner besten Seite. Unsere Koffer schleifen über das steile Kopfsteinpflaster, während wir im Wirrwarr der schmalen Gassen versuchen, unsere Unterkunft zu finden. Es sind 28 Grad und wir tragen Jeanshosen. Puh.

Als wir unsere Unterkunft finden kommt die nächste überraschende Erkenntnis: Niemand öffnet die Tür. Nach einigen Telefonaten ist klar, dass die Person zur Schlüsselübergabe schon wieder weg ist und wir erstmal »ein bisschen« warten müssen. Was auch immer das in Portugal heißt. Wir suchen uns ein kleines Restaurant direkt um die Ecke und ruhen uns erst einmal aus.

Das »Casa da Tia Helena« ist ein kleines, schnuckeliges Restaurant nur wenige Meter entfernt. Die Tische und Stühle schmiegen sich in der kleinen Gasse zwischen den Häuserwänden ein. Alles ist auf dem Kopfsteinpflaster etwas wackelig, aber das stört uns nicht mehr. Irgendwo zwischen dem Melonen-Schinken-Salat und der vegetarischen Suppe des Tages entspannen wir uns und saugen den Flair des Viertels auf.

Als wir dann »ein bisschen« später endlich unser Appartement betreten, sind wir ganz entzückt. Eine schmale Holztreppe – wie soll es auch anders sein – führt ins hoch in die frisch renovierte Altbauwohnung. Das kleine Appartement »Alfama Charming Experience!«  erfüllt unsere Erwartungen voll und ganz.



 

Die Geschichte von Alfama, dem Armenviertel

Zu Zeiten der Mauren war Alfama der Stadtkern Lissabons. Dieser dehnte sich im Laufe der Jahre jedoch immer mehr Richtung Westen zur heutigen »Baixa« aus.  Während die reicheren Schichten dem Trend folgten, blieben in Alfama vor allem Fischer und ärmere Schichten zurück.  Über Jahrhunderte behielt Alfama ihren Ruf als harte und unpriviligierte Gegend. Mittlerweile ist Alfama zu einer trendigen Gegend geworden, die von ihrem dörflichen Charme jedoch nichts verloren hat. Viele behaupten sogar, in Alfama wohnt die wahre Seele Lissabons.

 

Ein Rundgang durch Alfama

Durch das Labyrinth der engen schmalen Gassen windet sich die berühmte Straßenbahnlinie 28, Wahrzeichen des Viertels und der Stadt. An einigen Stellen fährt die Straßenbahn nur wenige Zentimeter an den Hauswänden vorbei, so dass man den Einwohner quasi hinter die Gardinen blicken kann. Unsere Erkundung des Viertels beginnt am frühen Nachmittag in eben dieser Straßenbahn. In der Nähe des  »Praça do Comercio« steigen wir in eine der überfüllten gelben Bahnen.

Wir fahren bis zur Haltestelle »Rua da Graça«. Von hier aus sind es nur einige Meter bis zum »Miradouro da Senhora  do Monte«. Miradouro. Das wird das Wort des Tages sein, immerhin bietet Alfama einfach unglaublich viele fantastische Aussichtspunkte. Wirklich, unglaublich viele.

Von diesem Aussichtspunkt aus sieht man auch das allseits präsente  »Castello de São Jorge«, das über dem Viertel Alfama thront. Einst wurde es von den Mauren gebaut und von bis in das 16. Jahrhundert hinein von den portugiesischen Königen bewohnt.

Von hier aus geht es immer weiter hinab durch die Straßen den Viertels. Und schon geht es zum nächsten Aussichtspunkt, dem »Miradouro da Graça«, der hinter der gleichnamigen Kirche gelegen ist. Dieser Aussichtspunkt ist von einem traumhaften Park umgeben und lädt zum Entspannen im Schatten der Kiefernbäume ein. Wir verweilen jedoch nicht lange,  denn unsere Erkundungstour hat gerade erst begonnen. Wir lassen uns weiter durch die sonendurchfluteten Gassen treiben, vorbei an blühenden Bäumen und kleinen Cafés.


Unser weiterer Weg führt uns links vorbei an der Wehrburg  »Castello de São Jorge«. Zwar verspricht die Besichtigung der historischen Burganlageneinen atemberaubenden Blick über die Stadt. In Anbetracht der vielen Ausschtpunkte entscheiden wir uns jedoch aufgrund des Eintrittspreises dagegen und wandern zu dem Aussichtspunkt, der weithin als schönster Aussichtspunkt des Viertels – vielleicht der ganzen Stadt – gilt: der »Miradouro de Santa Luzia«. Zu unserem Unglück ist die obere Plattform gesperrt.

Nur ein paar Meter weiter entdecken wir jedoch den »Miradouro das Portas do Sol«, von wo aus wir eine fantastische Sicht auf Alfama im Licht der untergehenden Sonne haben.v

Am Fuße des Kastells vorbei führt uns unser Weg zu unserem Abendessen im »Chapitô a mesa«.  Das Restaurant besteht aus verschiedenen Bereichen: einer Terasse mit Aussicht und einem Panorama-Restaurant in der ersten Etage. In letzterem muss man reservieren, um einen Platz zu bekommen. Dann jedoch hat man eine spektakuläre Sicht auf Lissabon, die man natürlich am Besten bei Sonnenuntergang genießen sollte.  Für Spontane bietet die Terrasse mit ihrer Aussicht und dem portugiesisch-inspirierten, gegrillten Essen bereits ein exquisites Erlebnis.


 

Noch mehr Impressionen…

Während unserer Zeit in Lissabon hatten wir jedoch noch viel mehr Gelegenheiten, das Viertel zu erkunden und dabei meine Kamera mehr als einmal zu zücken…


 

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