24 Stunden in der Main-Metropole Frankfurt

Januar 11, 2018

Im letzten Oktober zog es mich für einen kurzen Wochenendtrip nach Frankfurt. Der Anlass für meine Reise? Ein längst überfälliges Wiedersehen mit meinen Freundinnen aus dem Studium. Wie das Leben so spielt wohnen wir nun alle in ganz Deutschland verstreut. Frankfurt, recht zentral gelegen, war da der perfekte Treffpunkt für uns. Und für mich natürlich eine Gelegenheit, die Stadt kennen zu lernen und meine Olympus spazieren zu führen.

Kultige Unterkunft im Bahnhofsviertel

Wir suchten uns eine zentrale Unterkunft im Bahnhofsviertel, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt: das 4-Sterne Hotel Victoria.  Das Hotel liegt in einem historischen Gebäude und bietet stilvoll eingerichtete Zimmer. Abgerundet wird das Angebot mit einem wirklich reichhaltigen Frühstückbuffet.

Das Bahnhofsviertel polarisiert. Auf der einen Seite findet man in diesem pulsierenden Viertel alle paar Meter einen angesagten Club oder Restaurant. Au der anderen Seite sind hier die typischen Bahnhofviertelklischees nicht zu übersehen: Drogen, Prostitution, Kriminalität und Multi-Kulti.

 

Ein Rundgang durch die Stadt

Ein Tag in Frankfurt. Da bleibt nicht viel Zeit, um die Megametropole zu erkunden. Kommt mit auf einen Rundgang. Vom Bahnhofsviertel aus schlagen wir uns durch die Innenstadt und erkunden die Main-Metropole. Der Römerberg war mit Mittelalter das Zentrum der Alstadt und ist noch immer Mittelpunkt im Geschehen der Stadt. Das liegt vor allem an den restaurierten Fachwerkhäusern, die so klangvolle Namen wie „Goldener Engel“ oder „Schwarzer Stern“ tragen und Fotomotiv vieler Touristen sind. Der Name rührt von dem Fachwerkhaus „Zum Römer“, dem Frankfurter Rathaus seit dem 15. Jahrhundert.

Vom Römerberg aus sind es nur ein paar Schritte bis zum Kaiserdom, dem Wahrzeichen der Stadt. Weit sichtbar ragt er mit seinem 95 Meter hohem Turm über die Frankfurter Innenstadt. Als einstige Wahl- und Krönungskirche der römisch-deutschen Kaiser ist der Dom eines der bedeutenden Bauwerke der Reichsgeschichte und galt vor allem im 19. Jahrhundert als Symbol nationaler Einheit.  Insgesamt zehn Kaiser wurden hier zwischen 1562 und 1792 gekrönt.

Weiter Richtung Süden kommen wir zum Mainkai, der Promenade direkt am Main. Hier kann man gemütlich entlang des Ufers schlendern und nach einem kleinen Spaziergang das obligatorische Foto von der Skyline Frankfurts schießen.

Es geht wieder Richtung Norden entlang der alten Befestigungs- und Wallanlagen, die einen Grüngürtel um die Innenstadt bilden. Man erreicht zunächst das Viertel Ostend, welches vor dem Zweiten Weltkrieg von der jüdischen Bevölkerung geprägt war. An der „Friedberger Anlage“ steht heute ein Hochbunker, welcher an Stelle der 1938 geschändeten und abgetragenen orthodoxen Synagoge erinnert. Der Bunker beherbergt eine Dauerausstellung über das jüdische Leben im Frankfurter Ostend. Auf dem Vorplatz des Bunkers befindet sich seit 1988 die von der Landschaftsarchitektin Jeannette arnhartner gestaltet „Erinnerungsstätte Synagoge Friedberger Anlage“.

Folgt man dem Grüngürtel weiter erreicht man irgendwann den Bethmannpark im Nordend. Im Jahr 1783 erwarb der Kaufmann Johann Philipp Bethmann einen Garten „vor dem Tore“, dem Friedberger Tor, das zur damaligen Frankfurter Stadtbefestigung gehörte, und legte darin ein Gartenhaus im Rokokostil an. Der Park verzeichnete eine Reihe berühmter Besucher und Kaiser und gehört heutzutage noch immer zu den schönsten öffentlichen Grünanlagen der Stadt. Im südwestlichen Teil enstand in umfangreichen Baumaßnahmen 1989 der Garten des Himmlischen Friedens, ein chinesischer Garten nach dem Vorbild der Shuikou-Gärten aus Huizhou. Nach vier Jahren Bauzeit und einer Gesamtinvestition von 3,2 Mio. DM wurde der Park 1989 als Frühlingsblumengarten eröffnet. Schon wenige Wochen darauf erhielt er im Gedenken an das Tian’anmen-Massaker in Peking seinen heutigen Namen „Garten zum himmlischen Frieden“.

Nach einem so langen Spaziergang haben wir uns dann erst einmal eine Pause verdient. Ich muss gestehen, die unglaubliche Auswahl an Cafés und Restaurants in Frankfurt hat mich überwältigt. Wir haben uns tatsächlich ganz schön durchgefuttert an diesem Wochenende. Besonders hervorzuheben ist das süße Outdoor-Café Fein, das ich gleich in mein Herz geschlossen habe.

Das charmante Café liegt in einem alten Wasserhäuschen an der Eschenheimer Anlage im Nordend. Durch seine neue Besitzerin wurde es in einer Mischung aus Vintage- und Landhausstil mit Liebe zum Detail  renoviert und dekoriert.Von den Sitzgelegenheiten über die Präsentation von kleinem Naschwerk bis hin zur Dekoration auf den Tischen. Man merkt wirklich überall, dass dieses kleine Café ein Leidenschaftsprojekt ist. Bei herbstlichen Temperaturen schlürfen wir unseren Chai Latte und ließen und kleine Kürbisküchlein schmecken. Wie kann man einen Herbsttag schöner verbringen?!

Nach dieser Verschnaufpause geht es weiter. Wir überqueren bald den Platz am Eschenheimer Tor, einem der verkehrsreichsten Kreuzungen der Stadt. In seiner Mitte steht der erhalten gebliebene, repräsentativste Torturm der gotischen Stadtmauer. Vorbei am Weiher der Bockenheimer Anlage geht es zur alten Oper. Diese gehört zu den bedeutensten Musiktheatern Europas und hat schon mehrfach die Auszeichnung Opernhaus des Jahres erhalten.

An der alten Oper beginnt die Taunusanlage, eine der größten Wallanlagen der Stadt. Sie liegt in der Nordwestecke der ehemaligen Stadtbefestigung im Frankfurter Bankenviertel. An der Taunusanlage liegen die Hochhäuser Japan Center, Skyper, Taunusanlage 11 und die Zwillingstürme der Deutschen Bank. Außerdem finden sich hier zahlreiche Denkmäler und Skulpturen.

 

Hoch hinaus: Der Maintower

Den absoluten Panoramablick auf Frankfurt? Den findet man im Maintower (Bankgebäude Heleba), nicht weit entfernt von der Taunusanlage. Tatsächlich ist es das es einzige Hochhaus in der Stadt, welches eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform hat.  200 Meter hoch ist der Turm und umfasst 56 Etagen.

PREISE:


  • Erwachsene: 7,50€
  • Ermäßigt: 5,00€ (Schüler, Studenten, Rentner und Schwerbehinderte gegen Vorlage eines gültigen Ausweises)
  • Familienticket: 19,00€ (2 Erwachsene, bis zu 3 Kindern von 6 bis 12 Jahren)

ÖFFNUNGSZEITEN DER AUSSICHTSPLATTFORM:


  • Im Sommer: 10 – 21 Uhr (Freitag und Samstag bis 23 Uhr)
  • Im Winter: 10- 19 Uhr (Freitag und Samstag bis 21 Uhr)

 

Moderne Baukunst im MyZeil

Die Zeil ist eine Einkaufstraße in der Innenstadt. Seit vielen Jahrzehnten schon gilt sie als eine der bekanntesten und umsatzstärksten Einkaufsstraßen in Deutschland. Wo heute eine moderne Fußgängerzone ist standen früher prächtige Palais und Gasthöfe aus der Zeit des Barock und Klassizismus. Die Straße liegt zwischen der Hauptwache und der Konstablerwache. Wenige Schritte von der Hauptwache entfernt erreicht man das Einkaufszentrum MyZeil. Mein Fotografenherz schlägt angesichts dieser fotogenen Baukunst höher. Verantwortlich für das Stahl-Glas-Konstrukt ist der Stararchitekt Massimiliano Fuksas aus Rom. Der wollte ein Gebäude entwerfen, das keine Ecken und Kanten hat. So wie Wasser sich weigert, in eckigen und kantigen Bewegungen zu fließen. Fast jede Form in diesem Bauwerk ist rund, gebogen oder geschwungen. Das fängt außen an und setzt sich innen fort. Auf sechs Stockwerken kann man sich hier den Shoppinggelüsten hingeben. Eine 42 Meter lange freitragende Rolltreppe verbindet die Etagen miteinander und ist damit die längste innenliegende freitragende Rolltreppe Europas.


Zum Weiterlesen: Blogs aus Frankfurt

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